Details zur Coleman-Systemarchitektur

Infor hat auf der AWS re:invent 2017  – einer Amazon-Konferenz rund um die Amazon Web Services – präsentiert, was sich (zumindest soweit bis jetzt ersichtlich) hinter der „AI“ Coleman verbirgt: Ein auf der Amazon-Technologie „Lex“ aufsitzender Chatbot: Natürlichsprachliche Eingabe als Text oder Ton werden von dieser Lex-Engine geparst und in strukturierte Daten verwandelt. Innerhalb der Infor-OS-Welt können dann „Skills“ definiert werden, die mit so erkannten Daten Funktionsaufrufe in diversen Infor-Applikationen vornehmen.

Auch wenn da jetzt (sieht man von der Amazon-seitig implementierten Spracherkennung mal ab) nicht allzuviel künstliche Intelligenz beteiligt ist, ein durchaus interessanter Ansatz. Das ist zwar letztlich auch nichts anderes als ein altbekannter „Wizard“, aber eben sprachbasiert, statt maskengeführt. Ein textbasierter Chatbot mag da Gelegenheitsnutzern helfen. Ich kann mir aber auch eine ganze Reihe Situationen vorstellen, bei denen man ein ERP-System zu Aktionen bewegen will oder Anfragen an das System stellen will, ohne einen Computer vor sich zu haben – bei der Autofahrt zu einem Kunden ein paar Daten abrufen, zum Beispiel. Insbesondere aber auch im Service oder in der Werkshalle („zu welchem Projekt gehören die Teile, die vor Maschine 123 liegen?“, „Starte Zeiterfassung Serviceauftrag 123“).

Das Video dauert eine Stunde. Lohnt sich aber mal, wenn man wissen will, wie solche Szenarien tatsächlich mit Hilfe eines durch Infor angebotenen Frameworks implementierbar werden. Und erinnert hoffentlich daran, dass auch heute noch jemand diese möglichen Fragen ans System erst einmal vorhersehen und die Systemreaktion ausprogrammieren muss, bevor sie gestellt und beantwortet werden können.

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