LN-Projekte für Entscheider, Teil 3: Sie wissen nicht, was Sie brauchen

man-211505_1280Dies ist Teil 3 der Serie: 10 Punkte für Entscheider, die Infor LN einführen:

3. Sie wissen nicht, was Sie brauchen

Ich weiß, vermutlich haben Sie einer Unternehmensberatung teuer Geld bezahlt, damit deren Berater Ihre Situation analysieren, Soll-Prozesse malen und ein Lastenheft erstellen. Und die ERP-Einführer sollen das jetzt gefälligst so umsetzen.

Meiner Erfahrung nach tauchen allerdings zwischen 20 und 30 Prozent der Anforderungen erst im Rahmen der Implementierung auf. Und zwar sogar noch nach einer ersten Analysephase. Das heißt, erst während der intensiven Workshops zur Abbildung der Prozesse. Die stehen in keinem Lastenheft. Diese Anforderungen können erst dann aus Ihrer Organisation herausgekitzelt werden, wenn sie wirklich versucht, die neue ERP-Anwendung in einer Simulationsumgebung zu nutzen.

Rein theoretische Beschäftigung mit Sollprozessen im Vorfeld bringt daher erfahrungsgemäß eher wenig und schränkt den Lösungsraum unnötig ein. Diese Prozessanalysen im Rahmen von ERP-Einführungen halte ich inzwischen für großen Quatsch. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe aber nichts gegen vernünftige Lastenhefte, bei denen darauf geschaut wurde, welche Steuerungsmechanismen im Kern benötigt werden. Wenn die ERP-Software dahingehend ausgesucht wurde (ich würde Infor LN bspw. nicht zur Steuerung einer Brauerei einführen wollen – obwohl, ein Spaß wär’s schon), und wenn die Software und der Hersteller zur IT-Stragtegie passt, wird die Einführung auch gelingen.

Daher auch nochmal: Obacht bei Werksverträgen: Je mehr Sie Ihren Implementierer auf eine „ich-habe-ein-Auto-gekauft“-Sicht festnageln wollen, um so mehr wird er sich bezüglich dieser 30% anfangs nicht bekannter Anforderungen stur stellen müssen und sagen: „Steht nicht im Lastenheft, kost‘ also extra, verzögert den Livestart“. Verständigen Sie sich besser von vorneherein auf ein Vertrags- und Vorgehensmodell sowie einen Zeitrahmen für das Projekt, die diese Unsicherheit einkalkulieren.

Teil 2 – Es ist Ihr Projekt

Wie ist Ihre Erfahrung? Als Berater, als Keyuser oder IT-Beteiligter auf Anwenderseite? Ist es Ihrer Erfahrung nach auch so, und im Projekt kommt viel mehr auf einen zu, als vorher sichtbar war? Diskutieren Sie mit!

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